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Seit wann gibt es Bücher im Zeichen der Libelle?
Seit 1979. Wir bewegen uns also im 31. Jahr. Einige besondere Ereignisse können Sie in Momentaufnahmen nachlesen, die meist für Buchvernissagen entstanden sind. Welche Lustbarkeiten uns die immer noch künftigen Bücher dann ermöglichen: bleibt der Kitzel von Jahr zu Jahr...
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Was macht das Wetter?
Wir haben seit 2004 Sommerwetter auf den Umschlag von Franz Michael Felders »Aus meinem Leben« geholt. Es kommt von einer Postkarte des 19. Jahrhunderts, ist deshalb beständiger. Im Herbst 2006 ist der Widerschein eines kühlen Abendlichts auf Bernhard Kathans Erzählung »Nichts geht verloren« zu sehen. Seit März 2008 bricht sich ein Wiederschein in schönen Gläsern: auf dem Cover von Yasmina Rezas »Picknick mit Lulu Kreutz«. Ab Herbst 2009 gibt es die Reflexe von Helle in Gedichten, die Christoph Meckel zitiert in seinen Erinnerungen an Peter Huchel. Und ansonsten gibt es bei Libelle seit jeher, je nach Wetter, Satiren mit 50 Seiten, Romane mit 760 Seiten oder auch eine 2,4 Kilo schwere Kulturgeschichte. Unsere Bücher verkaufen sich bisher, je nach Wetterlage am Markt, 120 Mal oder über 30.000 Mal.
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Was gibt es Neues?
Das schauen Sie am besten auf der Startseite an. |
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Was machen die Novitäten?
Sie werden ab September peu à peu lieferbar. Ein unerwarteter autobiographischer Rückblick von Arno Borst ("Meine Geschichte"), die Neuausgabe seiner "Mönche am Bodensee", Christoph Meckels "Hier wird Gold gewaschen", Ulrike Draesners poetische Erhellungen der "Kästchengeschichten" von J. P. Hebel, Heinrich Staders "Mandanten-Schwarzbuch"… .
Nicht zu vergessen: Den Gesamtprospekt machen wir wieder neu. Gegen die Furie des Verschwindens, die der Novitätenkoller unserer Branche produziert, setzen wir immer noch auf die Lieferbarkeit der Titel, die uns schon länger erfreuen ...
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Wie schnell ist Libelle?
Wenn wir einen Text bekommen, der uns wirklich beeindruckt: dann werfen wir die bereits korrigierte Vorschau noch einmal um, texten und erfinden das passende Ttelbild, und vier Tage später ist die Ankündigung als Nummer 1 unter den Novitäten auf dem Weg zum Druck. So geschehen im Mai 2009. Aber es gibt auch Projekte, die Jahre brauchen, bevor sie gedruckt werden.
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Welche 7 Titel waren bei Libelle am erfolgreichsten?
In den vergangenen Monaten: Fritz Mühlenwegs »In geheimer Mission durch die Wüste Gobi«, Yasmina Reza »Der Gott des Gemetzels«, Christoph Meckels »Wohl denen die gelebt«, » Eric-Emmanuel Schmitt »Hotel zu den zwei Welten«.
• In den letzten 29 Jahren: Hans Brügelmann »Kinder auf dem Weg zur Schrift« und »Die Schrift erfinden«, Fritz Mühlenweg »In geheimer Mission durch die Wüste Gobi« und »Fremde auf dem Pfad der Nachdenklichkeit«, Yasmina Reza »KUNST«, die vier Romane von Ulrich Ritzel, Katrin Seebacher »Morgen oder Abend«, Manfred Bosch »Bohème am Bodensee«. Ernst Peter Fischer »Die Welt im Kopf«, Arno Borst »Ritte über den Bodensee«. |
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Wie viele Bücher macht Libelle?
Lieferbar sind derzeit ca. 120. Die Anzahl der lustvoll & streng ausgewählten Novitäten bleibt pro Jahr bei ca. 7. (Unvergessen der strikte Rat von Hans Magnus Enzensberger am Telefon: das Programm überschaubar zu halten.) Sie erscheinen im späten Sommer und werden dem Sortiment von lesebegeisterten VertreterInnen angeboten: Nicole Grabert, Judith Heckel, Christiane Krause (Deutschland), Jutta Leitner (Österreich), Markus Wieser (Schweiz). Unsere Vorschauen gehen auch an über 1500 journalistische Adressen. Es ist kein Geheimnis, dass wir über 90% unserer Umsätze in Deutschland machen, unsere Bücher werden dort gedruckt und lagern unweit von Leipzig bei LKG, einer Auslieferung, die z. B. auch Kunstmann und Eichborn betreut.
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Wie fallen die Programmentscheidungen?
Die Texte sollen eine kurzweilige, ernsthafte Erweiterung unserer eigenen Weltsicht bewirken, uns also zum Staunen bringen; müssen zur credibility unseres bisherigen Programms passen. Auch deshalb machen wir mit einmal gewählten Autoren gern mehrere Bücher. Das Filmbuch von Yasmina Reza (»Picknick mit Lulu Kreutz«) kein programmierter Seller, aber eine beeindruckende Geschichte brachten wir genau 12 Jahre nachdem uns Yasmina Reza ihr Stück »KUNST« anvertraut hat. Mit Hans Brügelmann verbindet die Libelle wenigstens seit 1983 eine Erfolgsgeschichte.
So etwa alle drei Jahre finden wir in den unverlangt herein schwemmenden Manuskripten etwas zu uns Passendes. Als uns im September 2002 eine Unbekannte aus Köln 20 Seiten Textprobe und ein Exposé schickte, haben wir den Rest angefordert. Der war dann so scharf und eigenständig wie die Probe. Und so kam es zum Debüt von Uta Titz (»Stella Runaway«), vom Deutschen Literaturfonds dann preisgekrönt.... Dass uns der Text eines Unbekannten bewegt: ist auch im Januar 2006 passiert, eigentlich eine Geschichte vom Sterben, die Bernhard Kathan geschrieben hat (»Nichts geht verloren«). Als die Literaturgesellschaft Vorarlbergs (Felder-Verein) diesen Band als Jahresgabe für ihre Mitglieder auswählte, war dies das erste schöne Zeichen der Rezeption.
Zuweilen finden wir in Literaturzeitschriften Autoren, die wir dann anschreiben. (So kam es zu Büchern mit Peter Stobbe und Thomas Glatz, die im »Literaturblatt« bzw. »Am Erker« abgedruckt waren.)
Ein unbekannter Text muss sprachlich so gut und unverwechselbar sein, dass mans womöglich in 25 Jahren noch lesen will. (Man kann das durchaus prognostizieren; die Sprache des Erzählers Fritz Mühlenweg z. B., nun schon fast 60 Jahre gedruckt, ist von alterungsbeständiger Klarheit...)
Zu den schönsten Erlebnissen gehört, wenn aus einer zufälligen Begegnung dann ein fortgesetztes Gespräch wird, das schon nach wenigen Wochen zu einem Buch führt: So kamen wir im März 2008 zu Christoph Meckels Erinnerung an Marie Luise Kaschnitz..
Sehrsehr selten wünschen wir uns von einer fremden Autorin einen Text: Aber so kam das Johann-Peter-Hebel-Buch von Ulrike Draesner (2009) zustande.
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Gibt es für Sie ein Unwort?
Sie meinen außer Schmockereien wie "Alleinstellungsmerkmal" etc? Ja : Kleinverlag. Manchmal kann man sogar »Kleinstverlag« lesen. Eine seltsame Unsitte, die in keiner anderen Branche beobachtbar ist: dass eine unabhängig, professionell und auf eigenes Risiko arbeitende Unternehmung erstmal kleingetätschelt wird.
In der Musik-Industrie nennt man die innovativeren Produzenten, deren Discs oft nur Auflagen von wenigen hundert Exemplaren haben aber die eigentlichen Entdeckungen machen, seit langem: Independents. Es darf gelernt werden.
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Ich höre heute zum ersten Mal was von Libelle
»In der Eile sind Fehler«, hat unser Lieblingsautor Fritz Mühlenweg gesagt. Libelle war kein Senkrechtstarter, ist dafür auch nicht abgestürzt.
Es hat mehr als 15 Jahre gedauert bis wir die ersten Taschenbuchlizenzen vergaben. Im 21. Jahr gabs einen Quantensprung: Da machte in Wien das Avantgarde-Theater »echoraum« aus dem pataphysischen Stoff unseren Satiren ein dadaistisches Programm, in Paris erschien bei Gallimard die erste Übersetzung einer unserer literarischen Entdeckungen (Katrin Seebacher), in München wurden wir mit Bertelsmann über Lizenzen einig.
Im Jubiläumsjahr 2009 senden mehrere Rundfunkanstalten die Hörspielfassung von Mühlenwegs "In geheimer Mission", in Köln läuft eine Bühnenversion seiner "Nuni" und Ernst Peter Fischers die naturwissenschaftlichen Grenzen überschreitendes Buch "Die Nachtseite der Wissenschaft" wird ins Kroatische übersetzt. Nur zum Beispiel…
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Wer sind die Macher?
Die ersten 12 Jahre fand der Verlag in Konstanz statt, als Ein-Mann-Verlag in der Geburtsstadt von Ekkehard Faude. Es gab dann etwa 50 Bücher, in denen Faude/Konstanz stand. Seit 1991 heißt der Verlag endlich nach seinem Signet-Tierchen »Libelle« und findet 4 km südlich von Konstanz auf der Schweizer Seite des Bodensees statt. Die Verlegerei ist etwa doppelt so stark seit der Heirat des Verlegers mit der Schweizer Journalistin Elisabeth Tschiemer, ihrem Einstieg ins Büchermachen und der gemeinsamen Niederlassung in ihrem Heimatkanton Thurgau. Er macht vor allem Lektorat, Presse, Vertrieb, Lizenzen, Werbung; Sie macht vor allem Homepage, Buchumschläge, Bildverarbeitung, IT-Technik, Buchhaltung, ästhetisches Erscheinungsbild. Textverarbeitung und Layout bei jedem einzelnen Buch durch alle Korrekturgänge und bis zur letzten Seite: machen sie zusammen.
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Ist Libelle deutsch oder schweizerisch?
Beides. Das ist schwieriger als gedacht. Im Europa des frühen 3. Jahrtausends n. u. Z. ist ein gemischtnationaler Verlag in einem Grenzgebiet immer noch verdächtig. Den Deutschen gilt er als ausländisch, trotz eines überwiegend bundesrepublikanischen Autorenstamms und einer merklichen Vorliebe fürs südwestliche Deutschland; den Schweizern ist er aus eben diesen Gründen zu wenig schweizerisch.
Die Verlegers sind in unterschiedlichen Ländern am selben See aufgewachsen, reden zu Hause also Alemannisch, aber unterschiedlich getönt, zum Ausgleich lesen sie besonders gern französisch und angelsächsisch verfasste Bücher...
Wir verstehen unser Programm ganz konservativ so europäisch offen, wie die Bodensee-Gegend im Mittelalter und vor dem Schwachsinn national kontrollierter Grenzen einmal war (nachzulesen in den grundlegenden kulturgeschichtlichen Büchern von Arno Borst: »Ritte über den Bodensee« und »Mönche am Bodensee«. Kein Zufall also, dass Libelle bisher außer den deutschsprachigen aus BRD, CH und AU auch Autoren aus Frankreich, England, USA, Holland, Dänemark und Tschechien verlegt hat.
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Warum eigentlich dieses Tierchen: Libelle?
Die Libelle war schon Millionen Jahre vor dem Menschen ausgereift, fliegt einen vom erschnappten Beutegeflügel her gesehen: entschiedenen Zickzack-Kurs, genießt dank ihrer vieltausendfach facettierten Augen eine erstaunliche Rundumsicht. Erfreuliche Eigenschaften. Zudem gibt es eine unzutreffende, aber hübsche alte Etymologie: wonach sich das Wort von libellum = das Büchlein herleite…; sieht eine Libelle in Ruhestellung mit ihren ausgestellten Flitterflügeln nicht book-alike aus?
Also: kein flatternder Zeitgeist, gern quer durch die Sparten, immer lustbetont, Neues entdecken und entschieden weiterhäkeln an Überliefernswertem. Sobald wir nicht mehr selber neugierig sind, werden wir aufhören.
Die Programmstruktur folgt locker-streng den Eigenschaften unseres Signet-Tiers. Der Zickzack-Flug begann mit Wissenschaftssatiren (zwei der ältesten beweisen in Neuausgaben 2009 ihre Frische), Grundschulpädagogik, Wiederentdeckungen historischer Bodensee- bzw. süddeutscher Literatur, gewann 1985 naturwissenschaftliche Essays dazu, sichtete ab 1991 den Kontinent Fritz Mühlenweg, schwenkte 1996 zu französischem Theater und zeitgenössischer Literatur weiter. Hin und wieder gibt es ein Kunstbuch: Walter Matysiak (vergriffen), Matthias Holländer, Fritz Mühlenweg, Hans Sauerbruch, »Walter Kaesbach - Mentor der Moderne« (2008). |
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Wie riskant ist ein programmatischer Zickzack-Flug?
Was von fern wie Zickzack aussieht, ist ein qualitativ entschiedenes Mäandern, und das wird immer wieder mit Preisen belohnt: 1997 Rauriser Literaturpreis für Katrin Seebachers Romandebüt »Morgen oder Abend«, 1997 der »Bodensee-Literaturpreis« für Manfred Boschs »Bohème am Bodensee«, 2001 »Deutscher Krimi-Preis« und Nominierung für den »Glauser« für Ulrich Ritzels »Schwemmholz«. 2003 Förderpreis des Deutschen Literaturfonds für Uta Titz, 2004 Ehrengabe der Martin Bodmer-Stiftung für Jochen Greven, 2005 WELT-Literaturpreis für Yasmina Reza.
Ökonomisch wird das immer riskanter, weil die Gier nach Neuem in Medien und Handel den guten älteren Büchern immer mehr die Aufmerksamkeit absaugt. Und weil es jene wenigen Buchhandlungen immer schwerer haben, die ihre Kunden nicht einfach nur mit den Kurzzeit-Sellern konfrontieren. Es gibt uns, solange wir jedes Jahr mit einigen unserer Novitäten gut sind. Das bleibt spannend: Und jedes Jahr dürfen wir uns sogar einen marktwirtschaftlichen Flop leisten. Da sind dann die Leser aber selber schuld, wenn sie ein Buch übersehen! Nicht zu fassen, was sie zum Beispiel bisher am Tagebuch des Werner Vordtriede verpasst haben…
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Haben neue Autoren eine Chance, ins Programm zu kommen?
Statistisch gesehen wird das auch bei uns immer schwieriger. Aber so kamen z. B. Katrin Seebacher und Ulrich Ritzel zu uns: als eines der vielen hundert Manuskripte pro Jahr. Wer sich gedruckt sehen will, sollte immer noch Text auf Papier schicken. Wer uns Attachements per Mail schickt, fällt meistens sofort vom Server. Wir lesen alles an, mehr ist nicht möglich, gute Texte geben sich auf den ersten drei Seiten zu erkennen. (Schreiben ist ein Handwerk wie Dichten im Installationsbereich; Undichtes, Pfusch oder ungut glänzende Leitungen sind sofort erkennbar.)
Wer Rückporto mitschickt (Briefmarken D oder CH) bekommt sein MS zurück: Falls auf dem Manuskript die Adresse steht. Professioneller erscheint uns: Exposé und die ersten zwei Kapitel, die wir nicht retournieren müssen. Wenn wir das Ganze lesen wollen, melden wir uns. Wer uns Sachen schickt, ohne unser Programm zu kennen, bleibt meist ohne Antwort.
Manchmal bleiben Manuskripte hier monatelang liegen. Das tut uns meistens zu spät Leid. Geht aber nicht anders.
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Wie seriös haben die Libelle-Macher eigentlich die Verlegerei gelernt?
- Ekkehard Faude, Jahrgang 1946, stabil aufgewachsen in Konstanz, dann Zickzack lebend; brach nach 3 Jahren ein Studium der Evangelischen Theologie (Bethel und Tübingen) ab, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte in Konstanz zuende, unterrichtete nebenbei 1972 am Kreuzlinger Lehrerseminar. Brach 1974 eine Promotion über »Kindheit im Mittelalter« ab (und gab der Studienstiftung des Deutschen Volkes das Stipendium zurück); brach 1976 den Referendarkurs für Deutsch und Geschichte in Rottweil ab und begann eine Buchhändlerlehre in Konstanz. 1977 von Daniel Keel zu einer 14-tägigen Beschnupperung des Diogenes Verlags in Zürich eingeladen; das reichte, um dem Cheflektor Haffmans das erste Manuskript von Hermann Kinder ans Herz zu legen. 1979 Gründung des eigenen Verlags, der parallel zum zeitlich langsam reduzierten Sortimenterberuf im »konstanzer bücherschiff« wuchs. Seither: Verlegerei als inspirierendes learning bei doing.
Seit 1980 in wachsendem Maß auch publizistisch tätig (alphabetisch: Akzent, Allmende, DeutschlandRadio, Leipziger Lerche, Listen, Literarische Welt, Literaturblatt, Neue Zürcher Zeitung, Südkurier, Weltwoche, Die Zeit). Seit 1994 allmonatlich mit einer doppelseitigen Meinungskolumne im Magazin »BuchMarkt«. Auf seine Kolumne beschweren sich mit schön geschriebenen Briefen manche illustren Geister. Der Beste, Harry Rowohlt, druckt seinen vor Jahren geschriebenen Brief 2009 sogar im 2. Band seiner Briefsammlung ab (»Gottes Segen und Rot Front«, Kein & Aber)
In Libelle-Büchern sind u. a. größere biographische Essays versteckt, über Lilly Braumann-Honsell (»Kleine Welt Große Welt« 1981), Walter Matysiak (1986) und Fritz Mühlenweg (»In geheimer Mission« 1993, »Tausendjähriger Bambus« 1995, »Malerei« 1998, »Der Christbaum von Hami«, 2004), Fußnoten (»Literatur & Alkohol« 2004).
2005 erschienen seine biografischen Forschungen zu Fritz Mühlenweg in Buchform: »Fritz Mühlenweg - vom Bodensee in die Mongolei«, 2006 machte die biographische Annäherung an den Maler Hans Sauerbruch im gleichnamigen Katalog (lokal..., wir wollen nicht übertreiben) Furore. 2007 gab er für den Unionsverlag ein Mühlenweg-Lesebuch heraus (»Mongolische Reisen«).
- Elisabeth Tschiemer, Jahrgang 1956, aufgewachsen in Steckborn, absolvierte ab 1972 die Ausbildung zur Primarlehrerin am Seminar Kreuzlingen. Ihr Studium unterbrach sie für einen einjährigen Studienaufenthalt in Seattle (lange bevor die Stadt durch Grunge und Bill Gates zum In-Place avancierte; das Interesse der Schweizerin ging sowieso mehr in Richtung Kunst und Brauchtum der Haidas, Tlingit und Kwakiutl und der Freinet-Pädagogik, die damals im benachbarten Ketchikan/Alaska erprobt wurde).
Die Wahlqual zwischen anschließendem Kunst-, Germanistik- oder Sportstudium fiel erst einmal zugunsten des Sports (ETH Zürich) aus. Ein (beruflicher) Skateboardunfall stellte die Weichen 6 Semester später dann Richtung Uni Zürich (Deutsch, Englisch, Publizistik). Dass der publizistische Abschluss in Medienpädagogik (nach einer einjährigen Reise rund um den Globus und zahlreichen Reiseleitungen durch Ägypten, USA, Sibirien, Polen...) nicht zur avisierten Lehrerstelle führte, sondern in eine Redaktion, war eher ein Zufall: Der Surfsport boomte und die Schweizer Medienszene sah einen Markt für ein Special Interest auf diesem Gebiet (aktive Windsurf-Regatteurinnen mit Weltmeisterschaftserfahrung und publizistischem Abschluss waren dünn gesät...).
Die fünf Jahre als verantwortliche Redakteurin der neu lancierten surf-Zeitschrift brachten ihr Know-how in grafischem Gestalten, Heftplanung und Redaktionsleitung, was dann dem Relaunch der seit 1956 bestehenden Wochenendbeilage und der Kulturredaktion der Zürichsee-Zeitung zu Gute kam. Anschließend Redakteurin in Zürich (Weltwoche, NZZ-Online) und PR-Verantwortliche für das Collegium Helveticum der ETHZ seit dem Wintersemester 2004/05 in dieser Funktion für die PHTG).
1991 (im Jahr der Heirat mit Ekkehard Faude) erfolgte ihr Quer-Einstieg in die Verlegerei, wo sie seither in allen Bereichen mitarbeitet.
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Gibt es den oft zitierten Verlagskater wirklich?
Derzeit ist sie eine Kätzin, rothaarig, auf den Namen Phlox mag sie nicht hören. Hört aber auf etwa zwei Dutzend andere Kosenamen bzw. Drohrufe. Am zuverlässigsten kommt sie, wenn der Verleger die Filmmelodie aus Zefirellis »Romeo und Julia« pfeift (keiner weiß: warum). Unsere Verlagskätzin schaut von ihrem Lieblingsplatz auf dem Verlagsarchiv her. Sie weiß, wie oft die großen Feuilletons schon Libelle besprochen haben. Im April 2008 lag sie am liebsten auf dem aktuellen Heft von »Welt der Frau«, dort war Ilse Helbich abgebildet, die mit 80 ihren ersten Roman bei uns hatte. Manchmal legt sich die Kätzin aber auch auf die von Anna Ruchat besorgte italienische Übersetzung von Fritz Mühlenwegs Erzählungen (Segreti della Mongolia; Ibis). Sie hat auch zugeschaut, als vor einigen Monaten die Spezialisten aus Marbach ausgemessen haben, wie viel Raum dereinst das Libelle-Archiv unterm Marbacher Hügel einnehmen wird.
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Woher kommt eigentlich das schöne Logo oben?
Das ist Nuni auf dem Fisch, gemalt von Rotraut Susanne Berner für das von ihr neu illustrierte und prompt auf die Bestenliste von DeutschlandRadio/Focus beförderte Kinderbuch von Fritz Mühlenweg (»Nuni«).
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Noch irgendwelche Fragen? Wir beantworten sie gern. Per Mail. Und relativ balde, wenn die Mail nicht im Spam abtrudelt ...
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Libelle Verlag, Sternengarten 6, CH-8574 Lengwil | Postfach 10 05 24, D-78405 Konstanz
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