Nuni-Fisch LIBELLE VERLAG - FAQ
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Seit wann gibt es Bücher im Zeichen der Libelle?
Seit 1979. Einige besondere Ereignisse der jüngeren Verlagsgeschichte können Sie in Momentaufnahmen nachlesen, die meist für Buchvernissagen entstanden sind. Welche Lustbarkeiten uns künftige Bücher ermöglichen: bleibt der Kitzel von Jahr zu Jahr ...


Was macht das Wetter?
Wir haben Sommerwetter auf den Umschlag von Franz Michael Felders »Aus meinem Leben« geholt. Es kommt von einer Postkarte des 19. Jahrhunderts. Der Widerschein eines kühlen Abendlichts findet sich auf Bernhard Kathans Erzählung »Nichts geht verloren«. Seit März 2008 bricht sich ein Widerschein in schönen Gläsern: auf dem Cover von Yasmina Rezas »Picknick mit Lulu Kreutz«. Nicht lange danach kamen die Reflexe von Helle in Gedichten, die Christoph Meckel zitiert in seinen Erinnerungen an Peter Huchel. Der leichte Nieselregen, den Georges Perec an der Place Saint-Sulpice erlebte, begeistert kundige Rezensenten immer noch.
2014 folgen wir der »reinsten Helle und mäßigsten Kühle« auf Nietzsches Wanderungen (von Sils Maria aus) im Essay von Ludger Lütkehaus. Und ansonsten gibt es bei Libelle seit jeher, je nach Wetter, Humoresken mit 50 Seiten, Romane mit 760 Seiten oder auch eine 2,4 Kilo schwere Kulturgeschichte. Unsere Bücher verkaufen sich bisher, je nach Wetterlage am Markt, 120 Mal oder über 30.000 Mal.


Was gibt es Neues?
Unsere gedruckten Gesamtkataloge erscheinen inzwischen leider unregelmäßig. Das Neue sehen Sie am besten laufend aktualisiert auf der Startseite. Und wollen Sie nicht unseren Newsletter bestellen?


Was machen die Novitäten?
In den guten Zeiten der Branche – es ist noch nicht lange her – haben wir nicht mehr als 7 Novitäten pro Jahr gemacht. Neuerdings entscheiden wir uns nur noch für drei. Gegen die Furie des Verschwindens, die der Novitätenkoller der Buchbranche produziert, setzen wir darauf, dass bei Libelle eigentlich weit über hundert Novitäten (aus 35 flüchtigen Jahren) lieferbar bleiben. Unsere Lieblingsbücher bekommen zuweilen bei Neuauflagen ein komplett neues Layout, attraktiveres Umschlagbild, aktualisierte Klappentexte: so Scheffels »Ekkehard« (2011) oder Yasmina Rezas »Drei Mal Leben« (2014) ...


Wie schnell ist Libelle?
Wenn wir einen Text bekommen, der uns wirklich beeindruckt: dann werfen wir die bereits korrigierte Vorschau noch einmal um, texten und erfinden das passende Ttelbild, und vier Tage später ist die Ankündigung als Nummer 1 unter den Novitäten auf dem Weg zum Druck. So geschehen im Mai 2009 mit Christoph Meckels »Wohl denen die gelebt. Erinerung an Marie Luise Kaschnitz«.
Als wir im Februar 2013 von einem seit Jahrzehnten unveröffentlichten Kinderbuch der 12-jährigen Nelly Dix erfuhren, ließen wir anderes liegen und druckten vier Monate später „Die Geschichte vom weitgereisten kleinen Teufel Eitel“, rechtzeitig zur Eröffnung des Dix Hauses in Gaienhofen.
Aber es gibt auch Projekte, die Jahre brauchen, bevor sie gedruckt werden.

Welche 7 Titel waren bei Libelle am erfolgreichsten?
In den vergangenen Monaten: Yasmina Reza »Der Gott des Gemetzels«, Heinrich Staders »Mandanten-Schwarzbuch«, Fritz Mühlenwegs »In geheimer Mission durch die Wüste Gobi«.
In den letzten 35 Jahren: Hans Brügelmann »Kinder auf dem Weg zur Schrift«, Fritz Mühlenweg »In geheimer Mission durch die Wüste Gobi« und »Fremde auf dem Pfad der Nachdenklichkeit«, Yasmina Reza »KUNST«, die vier Romane von Ulrich Ritzel, Katrin Seebacher »Morgen oder Abend«, Manfred Bosch »Bohème am Bodensee«. Ernst Peter Fischer »Die Welt im Kopf«, Arno Borst »Mönche am Bodensee«.

Wie viele Bücher macht Libelle?
Lieferbar sind derzeit ca. 120. Unsere Novitäten werden dem Sortiment in den deutschsprachigen Ländern von lesebegeisterten VertreterInnen angeboten: Unsere Vorschauen gehen auch an über 1100 journalistische Adressen. Drei-vier-mal pro Jahr packen wir Neuigkeiten aus der Verlegerei in einen per Mail verschickten Newsletter, den sich inzwischen mehr als 2000 Libelle-Leser bestellt haben.
Es ist kein Geheimnis, dass wir über 90% unserer Umsätze in Deutschland machen, unsere Bücher werden dort gedruckt und lagern unweit von Leipzig bei LKG.

Wie fallen die Programmentscheidungen?
Wir sind auch im Leben jenseits der Verlegerei begeisterte Leser, suchen also Stoffe, die eine kurzweilige, ernsthafte Erweiterung unserer Weltsicht bewirken, uns zum Staunen bringen. Novitäten müssen zu den inneren Linien unseres bisherigen Programms passen. Wir machen z. B. weder Fantasy- noch Psycho- noch Vampir-Romane…
Es gibt Autoren, von denen wir so kontinuierlich neue Bücher verlegen, dass sie zu eigenen Programmteilen wurden. Das Filmbuch von Yasmina Reza (»Picknick mit Lulu Kreutz«) – kein programmierter Seller, aber eine beeindruckende Geschichte – brachten wir genau 12 Jahre nachdem uns Yasmina Reza ihr Stück »KUNST« anvertraut hat. Ihr bislang jüngstes Bühnenstück »Ihre Version des Spiels« ist seit 2012 lieferbar.
Mit Hans Brügelmann verbindet die Libelle wenigstens seit 1983 eine Erfolgsgeschichte.
Alle drei-vier Jahre finden wir in den unverlangt herein schwemmenden Manuskripten etwas zu uns Passendes. Als uns im September 2002 eine Unbekannte aus Köln 20 Seiten Textprobe und ein Exposé schickte, haben wir den Rest dieser Geschichte um eine Straßensängerin angefordert. Und so kam es zum Debüt von Uta Titz (»Stella Runaway«), vom Deutschen Literaturfonds dann preisgekrönt ... Dass uns der Text eines Unbekannten bewegt: ist auch im Januar 2006 passiert, eigentlich eine Geschichte vom Sterben, die Bernhard Kathan geschrieben hat (»Nichts geht verloren«). Als die Literaturgesellschaft  Vorarlbergs (Felder-Verein) diesen Band als Jahresgabe für ihre Mitglieder auswählte, war dies das erste schöne Zeichen der Rezeption.
Ein unbekannter Text muss sprachlich so gut und unverwechselbar sein, unterhaltlich im besten Sinne, dass man’s womöglich in 25 Jahren noch lesen will. (Ja, eine eigene Sprache; die Erzählart des Asienreisenden Fritz Mühlenweg z. B., nun schon fast 60 Jahre gedruckt, ist von alterungsbeständiger Klarheit ...)
Zu den schönsten Erlebnissen gehört, wenn aus einer zufälligen Begegnung dann ein fortgesetztes Gespräch wird, das schon nach wenigen Wochen zu einem Buch führt: So kamen wir im März 2008 zu Christoph Meckels Erinnerung an Marie Luise Kaschnitz.
Sehr selten wünschen wir uns von einer fremden Autorin einen Text: Aber so kam das Johann-Peter-Hebel-Buch von Ulrike Draesner (2009) zustande.

Gibt es Libelle-Bücher schon als E-Books?
Nein, noch nicht. »In der Eile sind Fehler« sagen die Mongolen. Aber wir sind dicht davor.

Ich höre heute zum ersten Mal was von Libelle…
Macht nix. Libelle war kein Senkrechtstarter, ist dafür auch nicht abgestürzt.
Es hat mehr als 15 Jahre gedauert bis wir die ersten Taschenbuchlizenzen vergaben. Im 21. Jahr gab’s einen Quantensprung: Da machte in Wien das Avantgarde-Theater »echoraum« aus dem pataphysischen Stoff unseren Satiren ein dadaistisches Programm, in Paris erschien bei Gallimard die erste Übersetzung einer unserer literarischen Entdeckungen (Katrin Seebacher), in München wurden wir mit Bertelsmann über Lizenzen einig.
Im Jubiläumsjahr 2009 sendeten mehrere Rundfunkanstalten die Hörspielfassung von Mühlenwegs »In geheimer Mission«, in Köln lief 2011 eine Bühnenversion seiner »Nuni«, Ernst Peter Fischers die naturwissenschaftlichen Grenzen überschreitendes Buch »Die Nachtseite der Wissenschaft« wurde ins Kroatische übersetzt. Die Brasilianer können sich an einer Übersetzung von Heinrich Staders »Mandanten-Schwarzbuch« freuen. Nur zum Beispiel ...

Wer sind die Macher?
Die ersten 12 Jahre fand der Verlag in Konstanz statt, als Ein-Mann-Verlag in der Geburtsstadt von Ekkehard Faude. Es gab etwa 50 Bücher, in denen Faude/Konstanz stand. Seit 1991 heißt der Verlag endlich nach seinem Signet-Tierchen »Libelle« und findet 4 km südlich von Konstanz auf der Schweizer Seite des Bodensees statt. Die Verlegerei ist doppelt so stark seit der Heirat des Verlegers mit der Schweizer Journalistin Elisabeth Tschiemer, ihrem Einstieg ins Büchermachen und der gemeinsamen Niederlassung in ihrem Heimatkanton Thurgau. Er macht vor allem Lektorat, Presse, Vertrieb, Lizenzen, Werbung; Sie macht vor allem Homepage, Buchumschläge, Bildverarbeitung, IT-Technik, Buchhaltung, ästhetisches Erscheinungsbild. Textverarbeitung und Layout bei jedem einzelnen Buch durch alle Korrekturgänge und bis zur letzten Seite: machen sie zusammen.

Ist Libelle deutsch oder schweizerisch?
Beides. Das ist schwieriger als gedacht. Im Europa des frühen 3. Jahrtausends n. u. Z. ist ein gemischtnationaler Verlag in einem Grenzgebiet immer noch verdächtig. Den Deutschen gilt er als ausländisch, trotz eines überwiegend bundesrepublikanischen Autorenstamms und einer merklichen Vorliebe fürs südwestliche Deutschland; den Schweizern ist er aus eben diesen Gründen zu wenig schweizerisch.
Die Verlegers sind in unterschiedlichen Ländern am selben See aufgewachsen, reden zu Hause also Alemannisch, aber unterschiedlich getönt, zum Ausgleich lesen sie besonders gern französisch und angelsächsisch verfasste Bücher ...
Wir verstehen unser Programm ganz konservativ so europäisch offen, wie die Bodensee-Gegend im Mittelalter und vor dem Schwachsinn national kontrollierter Grenzen einmal war (nachzulesen in Arno Borst: »Mönche am Bodensee«). Kein Zufall also, dass Libelle bisher – außer den deutschsprachigen aus BRD, CH und AU – auch Autoren aus Frankreich, England, USA, Holland, Dänemark und Tschechien verlegt hat.

Warum eigentlich dieses Tierchen: Libelle?
Bei der Gründung 1979 wirkte die Wahl dieses Insekt hübsch exotisch; Libellen waren im öffentlichen Dekorraum nicht sichtbar. Aber welche Details...!
Die Libelle, schon ein paar Millionen Jahre früher ausgereift als der Mensch, fliegt einen beutesuchenden Zickzack-Kurs, genießt dank ihrer vieltausendfach facettierten Augen eine erstaunliche Rundumsicht. Erfreuliche Eigenschaften. Hinzu kam eine unzutreffende, aber hübsche alte Etymologie: wonach sich das Wort von libellum = das Büchlein herleite; sieht eine Libelle in Ruhestellung mit ausgestellten Flügeln nicht book-alike aus?
Also: kein flatternder Zeitgeist, gern quer durch die Sparten interessiert, immer lustbetont, Neues entdecken und entschieden weiterhäkeln an Überliefernswertem. Sobald wir nicht mehr selber neugierig sind, werden wir aufhören.
Die Programmstruktur folgt locker-streng den Eigenschaften unseres Signet-Tiers. Der Zickzack-Flug begann mit Wissenschaftssatiren, Grundschulpädagogik, Wiederentdeckungen historischer Bodensee- bzw. süddeutscher Literatur, gewann 1985 naturwissenschaftliche Essays dazu, sichtete ab 1991 den Kontinent Fritz Mühlenweg, schwenkte 1996 zu französischem Theater und zeitgenössischer Literatur weiter. Näherte sich ab 2008 mit Christoph Meckels dem essayistischen Erzählen. Hin und wieder gibt es ein Ausstellungskatalog: 2014 »Ich, Felder. Dichter und Rebell.«

Wie riskant ist ein programmatischer Zickzack-Flug?
Was von fern wie Zickzack aussieht, ist ein qualitativ entschiedenes Mäandern, und das wird immer wieder mit Preisen belohnt: Rauriser Literaturpreis für Katrin Seebachers Romandebüt »Morgen oder Abend«, der »Bodensee-Literaturpreis« für Manfred Boschs »Bohème am Bodensee«, »Deutscher Krimi-Preis« für Ulrich Ritzels »Schwemmholz«. Förderpreis des Deutschen Literaturfonds für Uta Titz, Ehrengabe der Martin Bodmer-Stiftung für Jochen Greven, WELT-Literaturpreis für Yasmina Reza.
Ökonomisch wird das immer riskanter, weil die Gier nach Neuem in Medien und Handel den guten älteren Büchern kaum mehr Aufmerksamkeit schenkt. Und weil es jene wenigen Buchhandlungen immer schwerer haben, die ihre Kunden nicht einfach nur mit den Kurzzeit-Sellern konfrontieren.

Haben neue Autoren eine Chance, ins Programm zu kommen?
Statistisch gesehen wird das auch bei uns immer schwieriger – auch wegen der geringeren Anzahl von Novitäten. Aber so kamen z. B. die Texte von Katrin Seebacher, Ilse Helbich, Ulrich Ritzel, Franz Maciejewski zu uns: als eines der vielen hundert unverlangten Manuskripten pro Jahr.
Wer sich gedruckt sehen will, sollte immer noch Text auf Papier schicken. Wer uns Attachements per Mail schickt, fällt meistens sofort vom Server. Wir lesen alles an, mehr ist nicht möglich, gute Texte geben sich auf den ersten drei Seiten zu erkennen. (Schreiben ist ein Handwerk wie Dichten im Installationsbereich; Undichtes, Pfusch oder ungut glänzende Leitungen sind sofort erkennbar.)
Wer Rückporto mitschickt (Briefmarken D oder CH) bekommt sein MS zurück, falls auf dem Manuskript die Adresse steht. Professioneller erscheint uns: Exposé und die ersten zwei Kapitel, die wir nicht retournieren müssen.
Unverlangt eintreffende Manuskripte einzeln zu beantworten: schaffen wir leider schon länger nicht mehr. Wenn wir das Ganze lesen wollen, melden wir uns.

Wie kamen die Libelle-Macher eigentlich zur Verlegerei und was gehört sonst noch dazu?
- Ekkehard Faude
, Jahrgang 1946, stabil aufgewachsen in Konstanz, dann Zickzack lebend; brach ein Studium der Evangelischen Theologie (Bethel/ Tübingen) ab, studierte Literaturwissenschaft/ Geschichte in Konstanz zuende, unterrichtete nebenbei am Kreuzlinger Lehrerseminar. Brach eine Diss über »Kindheit im Mittelalter« ab (und gab der Studienstiftung das Stipendium zurück); scherte 1976 aus dem Referendardienst für Deutsch und Geschichte aus und begann eine Buchhändlerlehre.
1977 von Daniel Keel zu einer kurzen Stage bei Diogenes eingeladen; das führte zwar zu keiner Stelle im Verlag, weckte aber die Lust am Büchermachen. 1979 Gründung des eigenen Verlags, der parallel zum langsam reduzierten Sortimenterberuf in einer Konstanzer Buchhandlung wuchs. Seither: Verlegerei als inspirierendes learning by doing.
Seit 1980 auch publizistisch tätig, neuerdings auch im Netz. Titel alphabetisch: Akzent, Allmende, DeutschlandRadio, Journal 21, Leipziger Lerche, Listen, Literarische Welt, Literaturblatt, Neue Zürcher Zeitung, Südkurier, Weltwoche, Die Zeit.
Von 1994 bis 2010 allmonatlich mit einer Meinungskolumne im Branchenmagazin »BuchMarkt«. Über die Meinungen beschweren sich mit schön geschriebenen Briefen illustre Geister. Der Beste, Harry Rowohlt, druckte seine Replik sogar im 2. Band seiner Briefsammlung ab (»Gottes Segen und Rot Front«).
In Libelle-Büchern sind u. a. biographische Essays versteckt: über Lilly Braumann-Honsell (»Kleine Welt – Große Welt« 1981), Walter Matysiak (1986) und Fritz Mühlenweg (»In geheimer Mission« 1993, »Tausendjähriger Bambus« 1995, »Malerei« 1998, »Der Christbaum von Hami« 2004, „Fremde auf dem Pfad der Nachdenklichkeit, 2013), Nelly Dix (2010), Joseph Albrecht von Ittner (2012) . 2004 schrieb er die Fußnoten zu Michael Krügers »Literatur & Alkohol«, 2005 erschienen seine biografischen Nachforschungen zu Fritz Mühlenweg in erster Buchform: »Fritz Mühlenweg - vom Bodensee in die Mongolei«, 2006 machte die biographische Annäherung an den Maler Hans Sauerbruch (lokal ..., wir wollen nicht übertreiben) Furore. 2007 gab er für den Unionsverlag ein Mühlenweg-Lesebuch heraus (»Mongolische Reisen«). Ab 2009 besorgt er Realia aus dem Leben von Fritz Mühlenweg und konzipierte das MühlenwegMuseum in Allensbach, das 2012 eröffnete.

- Elisabeth Tschiemer, Jahrgang 1956, aufgewachsen in Steckborn, absolvierte ab 1972 die Ausbildung zur Primarlehrerin am Seminar Kreuzlingen. Ihr Studium unterbrach sie für einen einjährigen Studienaufenthalt in Seattle (lange bevor die Stadt durch Grunge und Bill Gates zum In-Place avancierte; das Interesse der Schweizerin ging sowieso mehr in Richtung Kunst und Brauchtum der Haidas, Tlingit und Kwakiutl und der Freinet-Pädagogik, die damals im benachbarten Ketchikan/Alaska erprobt wurde).
Nach dem Studium in Zürich (Sport an der ETH, Deutsch, Englisch, Publizistik an der Uni) führte der berufliche Weg eher zufälig in eine Redaktion: Der Surfsport boomte und die Schweizer Medienszene sah einen Markt für ein Special Interest auf diesem Gebiet (aktive Windsurf-Regatteurinnen mit Weltmeisterschaftserfahrung und publizistischem Abschluss waren dünn gesät ...)
Die fünf Jahre als verantwortliche Redakteurin der neu lancierten surf-Zeitschrift brachten ihr Know-how in grafischem Gestalten, Heftplanung und Redaktionsleitung, was dann der Wochenendbeilage und der Kulturredaktion der Zürichsee-Zeitung zu Gute kam. Anschließend Redakteurin in Zürich (Weltwoche, NZZ-Online) und Corporate Communications-Verantwortliche für das Collegium Helveticum der ETHZ und die neu gegründete Pädagogische Hochschule Thurgau PHTG.
Neuerdings unterrichtet sie in Winterthur Deutsch als Zweitsprache und erlebt, dass die Arbeit mit schwierigen Kindergarten-Kindern befriedigender ist als mit stromlinienförmigen Erwachsenen …
1991 (im Jahr der Heirat mit Ekkehard Faude) erfolgte ihr Quer-Einstieg in die Verlegerei, wo sie seither in allen Bereichen mitarbeitet.


Gibt es den oft zitierten Verlagskater wirklich?
Derzeit ist sie eine Kätzin, rothaarig, auf den Namen Phlox mag sie nicht hören. Am zuverlässigsten kommt sie, wenn der Verleger die Filmmelodie aus Zefirellis »Romeo und Julia« pfeift (keiner weiß: warum).
Unsere Verlagskätzin schaut von ihrem Lieblingsplatz auf dem Verlagsarchiv her. Sie weiß, wie oft die großen Feuilletons schon Libelle besprochen haben. Im April 2008 lag sie am liebsten auf dem aktuellen Heft von »Welt der Frau«, dort war Ilse Helbich abgebildet, die mit 80 ihren ersten Roman bei uns hatte. Im April 2014 bevorzugte sie die »Le Monde«-Seite, auf der die französische Ausgabe von Franz Michael Felders Autobiographie (»Scènes de ma vie«) besprochen wurde. Manchmal legt sich die Kätzin aber auch auf die von Anna Ruchat besorgte italienische Übersetzung von Fritz Mühlenwegs Erzählungen (»Segreti della Mongolia«). Eher beunruhigt schaute sie zu, als Spezialisten ausmaßen, wieviel Raum dereinst das Libelle-Archiv unterm Marbacher Hügel einnehmen würde.


Woher kommt eigentlich das schöne Logo oben?
Das ist Nuni auf dem Fisch, gemalt von Rotraut Susanne Berner für das von ihr neu illustrierte und prompt auf die Bestenliste von DeutschlandRadio/Focus beförderte Kinderbuch von Fritz Mühlenweg (»Nuni«).


Noch irgendwelche Fragen?
Wir beantworten sie gern. Per Mail. Und relativ balde...

Libelle Verlag, Sternengarten 6, CH-8574 Lengwil|Postfach 10 05 24, D-78405 Konstanz
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