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Eine frühe Entdeckung der Langsamkeit in der Weite der Wüste Gobi....
Fritz Mühlenwegs Erzählungen sind aus dem Stoff der stilleren Abenteuer. An äußerer Dramatik fehlt es dabei nicht, schon ein verschütteter Brunnen wird auf den Karawanenstraßen lebnensbedrohend ...
[Stimmen aus dem Feuilleton] | [Angaben zum Autor]
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(Ja, genau! Dies ist die, um die gesammelten Weisheitssprüche erweiterte Neuauflage von »Kleine Mongolische Heimlichkeiten.)
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Das Buch
Mit zaubrischer Schlichtheit gibt Fritz Mühlenweg Menschenbegegnungen weiter aus einem Land, in dem trotz Sandstürmen, Wölfen und Räubern die zuwartende Höflichkeit eine ernsthafte und vergnügliche Sache bleibt.
Als Beigabe sozusagen mit blauem Haddak überreicht sind die Erzählungen nun zum ersten Mal durch mehr als 100 wunderlich anmutige Merksprüche vermehrt. Jene Weisheiten, aus denen sich Mühlenweg-LeserInnen eine gelassenere Lebensart anlesen und mit denen sie sich auf gern zu erkennen geben
Wir haben sie aus dem Hauptwerk »In geheimer Mission duch die Wüste Gobi« gesammelt: Eine Gemütsmischung aus Nomaden-Erfahrung, der archaischen Weisheit des I Ging und Winnie-the-Pooh-lichem Witz.
Für einen hilfreichen Alltagsgebrauch, vom Poesiealbum (»Es gibt gute und schlechte Begebenheiten, man kann nicht lauter Lustbarkeiten erwarten.«) bis zur Aufmunterung im Büro (»Da gibt es keine Hilfe. Man muss die Ungebildeten mit Geduld ertragen.«) ist alles geordnet:
Abwarten / Begrüßung überraschender Vorfälle / Reisewünsche / Trostspruch beim Abschied / Sprüche zum Wiedersehen / Zur Abwendung von Arbeit / Respektvolle Worte an Heranwachsende / Sprüche zur Stärkung der Tapferkeit / Gegen engherzige Standpunkte / Worte der Gastfreundschaft / Lob des Schlafes / Mongolisch für Anfänger u. a. m.
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Fritz Mühlenweg (18981961), aufgewachsen in Konstanz, gegen Ende des 1. Weltkriegs in französischer Kriegsgefangenschaft, aus der er sich wagemutig selbst befreite; Drogistenakademie, dann mehrere Jahre als Drogist tätig, bevor er aus dem elterlichen Geschäft ausbrach und als Angestellter der neu gegründeten »Luft Hansa« an der Mongolei-Expedition Sven Hedins teilnahm. Die Luft Hansa erkundete die klimatischen Bedingungen für diee Einrichtung einer Fluglinie Berlin-Peking. Zwischen 1927 und 1932 verbrachte Mühlenweg auf Forschungsreisen viele Monate in der Wüste Gobi. Zurückgekehrt nach Europa, begann er ein Maler-Studium in Wien, heiratete die österreichische Malerin Elisabeth Kopriva und lebte mit ihr und schließlich sieben gemeinsamen Kindern als freischaffender Maler in Allensbach am Bodensee. Während des (zwangsweisen) Zolldienstes im Zweiten Weltkrieg begann er, Gedichte aus dem chinesischen Shijing zu übersetzen. Unter schwierigen Bedingungen der Nachkriegsjahre setzte er sich daran, seine Erfahrungen aus der Mongolei in Erzählungen und Romane zu verwandeln.
In den letzten Jahren seines Lebens machten ihn vor allem seine Bücher »In geheimer Mission durch die Wüste Gobi« und »Nuni« (Herder Verlag) zu einem renommierten und geliebten Autor.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die deutsche Mongolistik ab den frühen Fünfzigerjahren ihre entscheidenden Impulse diesem Autor verdankt. Auch die Mongolei-Film von Ulrike Ottinger, die den Autor als Hernwachsende kennengelernt hate, kommen aus dieser Inspiration. Mühlenwegs früher Tod unterbrach seine literarische Wirkung, bald war nur noch die gekürzte Fassung eines einzigen Buchs auf dem Markt.
Nach langer Vergessenheit wird das Werk dieses faszinierenden Erzählers seit 1991 im Zeichen der Libelle neu entdeckt. Gelingen konnte das anfänglich nur, weil die Dankbarkeit ältere LeserInnen, die diesem Autor eines ihrer bestimmenden Leseerlebnisse verdanken, den Neuausgaben aufhalfen. Inzwischen wirkt die eigentümlich alterslose Prosa Mühlenwegs und seine wegwesende Freundlichkeit
Die ausführlichsten biographischen Arbeiten sind in den Nachworten zu »Tausendjähriger Bambus« (1994) und »Malerei« (1998) zu finden. Der Band über die eigentlichen Expeditionsjahre und die Mongolei »Drei Mal Mongolei« bietet Fakten jenseits der Mühlenwegschen Fiction.
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Stimmen aus dem Feuilleton:
»Ein Glücksfall von einem Erzähler
Am wichtigsten, letzten Endes auch am tiefsten berührend ist jedoch die scheinbar mühelose Vermittlung des Fremden durch einen liebevollen, trockenen, witzigen, niemals deutsch-humorigen Erzähler.«
Gisbert Haefs, Weltwoche
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